Wir berichteten letzte Woche darüber, wie viele Leistungen der Pflegeversicherung verfallen, weil diese nicht beantragt werden.

Jedem Pflegebedürftigen ab dem Pflegegrad 2 stehen Verhinderungs- und Kurzzeitpflege zu. Der Leistungsanspruch besteht immer für das jeweilige Kalenderjahr. Eine Übertragung nicht in Anspruch genommener Leistungen in das Folgejahr ist sowohl für die Verhinderungs- als auch die Kurzzeitpflege nicht möglich. Alle bis zum 31.12. des jeweiligen Jahres nicht geltend gemachten Ansprüche verfallen.

Zur Deckung der Kosten für die Leistungen der Verhinderungspflege haben Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 einen Anspruch auf bis zu 1.612 Euro/Jahr.

Dieser Betrag kann abgerufen werden, um (für maximal 6 Wochen) einen ambulanten Pflegedienst mit der Versorgung des Pflegebedürftigen zu beauftragen, wenn die gewöhnliche Pflegeperson die Pflege nicht erwerbsmäßig leistet, seit mindestens 6 Monaten pflegt und nur vorübergehend an der Pflege gehindert ist. Das Geld kann eingesetzt werden, um einen Pflegedienst zu beauftragen oder die Kosten eines anderen nicht erwerbsmäßig Pflegenden zu decken.

Auch besteht ein Anspruch auf Erstattung der Kosten, die durch eine Kurzzeitpflege verursacht werden:

Kosten, die durch eine vorübergehende Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung entstehen, können über die Kurzzeitpflege abgerechnet werden. Für die stationäre Kurzzeitpflege steht den Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5 seit dem 1.1.2022 ein jährlicher Höchstbetrag von 1.774 Euro zur Verfügung.

Nicht im Rahmen der Verhinderungspflege genutzte Erstattungsansprüche können bis zum Höchstbetrag von 1.612 Euro auf die Kurzzeitpflege übertragen werden, so dass hier bis zu 3.386 Euro zur vorübergehenden stationären Versorgung zur Verfügung stehen. Der Kostenerstattungsanspruch umfasst die vereinbarten Pflegesätze für allgemeine Pflegeleistungen, für soziale Betreuung sowie für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege der jeweiligen Einrichtung. Die sogenannten Hotelkosten (Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten) verbleiben hierbei als Eigenanteil. Dafür kann jedoch der Entlastungsbetrag eingesetzt werden. Während also die Beantragung der Kostenerstattung für die Pflegekosten unter Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege erfolgt, kann die Rechnung über den vorgenannten Eigenanteil mit einem Antrag auf Kostenerstattung nach dem Entlastungsbetrag eingereicht werden. Die bis zu (125 + 62,5 =) 197,50 Euro decken zumindest einen Teil des Eigenanteils.

Hier finden Sie weitere Beiträge dazu, wie Sie Kurzzeitpflege (www.mi-care.de/blog/Kurzzeitpflege), Entlastungsbetrag (www.mi-care.de/blog/Entlastungsleistungen) und Verhinderungspflege (www.mi-care.de/blog/archives/Verhinderungspflege) nutzen können, damit die Pflegeperson sich eine Auszeit, zum Beispiel für einen Urlaub, leisten kann.

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