Damit dieser Wunsch, zuhause gepflegt zu werden, für möglichst viele wahr werden kann, startete der Sozialverband VdK Deutschland e.V. eine Kampagne zur Stärkung der häuslichen Pflege unter dem Motto „Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung“.

56.000 Menschen wurden befragt

Die Studie basiert auf der Online-Befragung von 56.000 Menschen im vergangenen Jahr. Mehr als 80 % der 4,1 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause von nahestehenden Menschen versorgt. Nur 2,3 % von ihnen können sich vorstellen, stattdessen in einem Pflegeheim versorgt zu werden.

Die Hälfte der Befragten versorgt ein Elternteil. Jeder zweite Pflegende ist im Rentenalter und körperlich selbst nicht mehr fit: 63 % haben täglich körperliche Beschwerden und 59 % geben an, wegen der Pflege die eigene Gesundheit zu vernachlässigen.

Erschreckend ist auch, dass viele Angebote nicht genutzt werden – sicherlich teils aus Unkenntnis, aber viel stärker mangels praktikabler Angebote seitens der Pflegeeinrichtungen:

  • Entlastungsbeitrag (125 €) – ungenutzt von 80 % der Anspruchsberechtigten
  • Verhinderungspflege – ungenutzt von 70 % der Anspruchsberechtigten
  • Kurzzeitpflege – ungenutzt von 86 % der Anspruchsberechtigten

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen: Die häusliche Pflege ist am Limit. VdK-Kreisgeschäftsführer Bernd Steinkirchner fasst die Lage in folgenden Worten zusammen: „Es rächt sich, dass sie jahrelang ein Stiefkind der Politik war und sträflich missachtet wurde. Wird dieser Kurs fortgesetzt, gehen wir einer düsteren Pflege-Zukunft entgegen!“

Diese und weitere Erkenntnisse hat der VdK in zwei Broschüren zusammengefasst.
Auf seiner Website werden die Ratgeber 'Pflege zu Hause – was muss ich wissen? ' und 'Ab wann ist man pflegebedürftig?' zum Download angeboten.

 

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