„Ach was, Kinder holen sich, was sie brauchen, machen Sie sich nicht so viele Gedanken, machen Sie lieber vielfältige Angebote!“ hat sicher jedes Elternteil eines Kindes, das schlecht isst, schon mal gehört. Damit ist gemeint, dass bei einem abwechslungsreichen und vollwertigen Angebot die Kinder das essen, was ihr Körper braucht. Phasen mit 'picken wie ein Vögelchen' folgen irgendwann auch wieder Phasen mit Ochsenhunger und Fressattacken.

Für Senioren, insbesondere pflegebedürftige, gestaltet sich dieses Thema dagegen meist deutlich schwieriger. Zum einen treten im Alter Krankheiten häufiger auf und halten länger an, zum anderen ist es, gerade für Pflegebedürftige, nicht so einfach, wenn nicht gar unmöglich, einer spontanen Heißhungerattacke nachzugeben.


Altersbedingte physiologische Veränderungen wie abnehmender Appetit, Kau- und Schluckstörungen sowie ein nachlassendes Geschmacksempfinden (siehe unseren Blogbeitrag „Salzarme Ernährung“)  können dazu führen, dass zuerst wenig und dann zu wenig gegessen wird. Die direkte Folge sind dann meist weitere gesundheitliche Probleme aufgrund von Fehl- und Mangelernährung einerseits, eine weitere Verringerung von Lebensqualität und damit Lebensfreude andererseits.
Wir von miCARE finden: „Das muss nicht sein!“ und haben zum Jahresbeginn eine Beitragsreihe für Sie vorbereitet, die sich dem Thema gesunde und leckere Ernährung im Alltag widmet.


Um zusätzlichen gesundheitlichen Problemen durch Fehl- und Mangelernährung bei älteren Menschen vorzubeugen, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (in Zusammenarbeit mit einigen Universitäten, Kliniken und der Gesellschaft für klinische Ernährung in der Schweiz sowie der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Ernährung) bereits in 2013 eine Leitlinie für die Ernährung in der Geriatrie erstellt und die Ergebnisse in 60 Empfehlungen zusammengefasst. Wir haben uns diese 60 Empfehlungen sorgfältig angesehen und stellen Ihnen in den nächsten Wochen die meisten davon kompakt und mit konkreten Handlungsempfehlungen für den Pflegealltag daheim vor. Manche lassen wir allerdings weg oder fassen sie mit anderen zusammen. Sondernahrung und Ernährung über Sonden werden in den wenigsten heimischen Pflegesituationen vorkommen und bedürfen besonders qualifiziertes Pflegepersonal.


Dafür haben wir etwas anderes vorbereitet: Wir haben einige überaus praktische Umsetzungshilfen recherchiert. Denn beim Lesen von Problembeschreibungen und allgemeinen Empfehlungen fragt man sich ja meist: „Wie soll ich das denn (auch noch) schaffen?“.
Für die praktische Umsetzung sind daher Anregungen gefragt, die über die normale Gestaltung einer abwechslungsreichen Ernährung für die Familie hinausgehen, um die besonderen Anforderungen an die Ernährung Älterer und Pflegebedürftiger zu erfüllen.
Wir meinen: „Gut kopiert ist besser als schlecht erfunden!“ und daher finden Sie unsere Anregung für diese Woche auf:
www.fitimalter-dge.de/rezepte/speiseplaene/


Dort hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sechs Wochenspeisepläne und jeweils vier Wochenspeisepläne für Essen auf Rädern bei Normalkost und bei vegetarischer Kost veröffentlicht. Das eine oder andere wird sich nicht vollständig reproduzieren lassen oder Änderungen erfahren, wenn beispielsweise Zutaten nicht gemocht werden oder unverträglich sind. Allgemein bieten diese 14 Wochenspeisepläne aber eine Menge Anregungen zur Gestaltung und vor allem Planung des Speiseplanes für und mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen. Zu allen Speisen finden Sie die Zutatenlisten, welche den Einkauf erleichtern, und die Nährwertangaben.
Diese können bei Bedarf mit den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme älterer Menschen abgeglichen werden, die bei 30 kcal Energie, 1 g Protein und 30 ml Flüssigkeit pro Kilo Körpergewicht liegen. Die Empfehlung lautet, diese Werte je nach Ernährungszustand, Aktivität, Stoffwechselsituation und Toleranz individuell anzupassen. Die Übersetzung in den gesunden Menschenverstand lautet dann zum Beispiel: Ist es warm, wird mehr getrunken, bei Übergewicht etwas weniger kalorienreich und bei Untergewicht etwas kalorienreicher verköstigt. Details und Tipps hierzu folgen im Rahmen dieser Beitragsreihe.
Wir wünschen allen Beteiligten viel Freude am Ausprobieren und freuen uns wie immer über Rückmeldungen in Wort und Bild.

 

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