Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 erhalten kein Pflegegeld und keine Pflegesachleistungen. Im Einzelfall kann es jedoch auch für diese erforderlich sein, Helfer in und um Haus und Wohnung zu engagieren, die ihnen dabei behilflich sind, die weitgehend selbständige Lebensführung in den eigenen vier Wänden aufrechtzuerhalten. Der regelmäßige Aufwand für Putz- und Einkaufshilfen überschreitet in der Regel die 125,00 €/Monat, die auch in Pflegegrad 1 beantragt werden können, um Unterstützungs- und Betreuungsangebote zu finanzieren. Mehr dazu finden Sie hier.

Doch nicht jede helfende Hand kann über die Entlastungsleistungen abgerechnet werden. Sondern nur Anbieter, die sich zuvor haben prüfen und registrieren lassen. Wer Dienstleistungen erbringen will, die über den Entlastungsbetrag abgerechnet werden sollen, muss sich zuvor bei der Bezirksregierung registrieren lassen (lediglich NRW und Sachsen-Anhalt handhaben dies etwas lockerer). In allen Bundesländern gibt es dafür Verzeichnisse, in denen die zugelassenen Anbieter aufgeführt werden. Die Preise sind nicht immer erschwinglich und die Anzahl ist begrenzt, so dass Pflegebedürftige und ihre Pflegepersonen meist auf die Unterstützungen anderer als der zugelassenen Anbieter angewiesen sind.

Allerdings hilft das Finanzamt weiter, wo die Pflegeversicherung eine Grenze zieht. Haushaltsnahe Dienstleistungen heißt der Posten im Steuerformular, unter dem die Kosten für eine Haushaltshilfe und weitere Unterstützungen von der Steuer abgesetzt werden können. Folgende Kosten werden anerkannt:

Handwerkerlohn

20 % von maximal 6.000 €/Jahr (inkl. Maschinen- und Fahrtkosten, jedoch ohne Materialkosten) für

  • Um- und Ausbauleistungen wie z.B. Dachgeschossausbau, Installation einer Einbauküche, Anlage von Außenanlagen, Terrassenüberdachung, Glasfaseranschluss
  • sowie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten (inkl. Schornsteinfeger), Gartenpflege und Winterdienst, Mülltrennung.
  • Wartung von Heizung, Elektroanlagen, Dach und Hausanschlüssen.

1.200 €/Jahr können so steuermindernd geltend gemacht werden.

Haushaltshilfen

  • Waschen und Bügeln, Einkaufen und Kochen, Begleitung zum Arzt oder bei der Freizeitgestaltung, Versorgung der Haustiere, Botengänge oder Hilfe beim Schreiben und Telefonieren,
  • Reinigung von Fenstern, Bodenbelägen, Graffiti-Beseitigung,

Vor allem die Haushalts- und Reinigungshilfen (innen wie außen) sind in einer Pflegesituation von Interesse, weil diese Arbeiten von Pflegebedürftigen oft nicht mehr geleistet werden können und eine einzelne Pflegeperson meist auch – zumindest zeitlich – überfordern.

In der Steuererklärung sind die Kosten wie folgt zu behandeln:

  • Ist die Haushaltshilfe als Mini-Jobber angemeldet, können 20% der jährlichen Kosten (Obergrenze: 2.550,00 €) angesetzt werden, also maximal 510,00 €.
  • Wurde die Leistung von einem Selbstständigen (Handwerker/Dienstleister) erbracht, können 20% der jährlichen Kosten (Obergrenze 20.000,00 €), also maximal 4.000,00 € angesetzt werden.

Anders als die Werbungskosten werden diese Aufwendungen nicht von den Einkünften abgezogen, sondern von der Steuerschuld. Voraussetzung ist somit, dass Einkünfte (Rente/Kapiteleinkünfte/Mieteinnahmen etc.) vorliegen, die eine Steuererklärung notwendig machen. Zudem müssen Lohn bzw. Rechnung überwiesen werden, ein Barzahlungsbeleg wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Rechnungen / Mini-Jobber-Anmeldungen müssen dem Finanzamt nur auf Anforderung vorgelegt werden.

PS: Wer nicht im Wohneigentum, sondern in einer Mietwohnung wohnt, kann Handwerkerlohn und Hausmeisterkosten ebenfalls steuerlich geltend machen.

 

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