Pflegebedürftige haben nach § 40 des elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Doch was genau sind Pflegehilfsmittel und wie beantragt man diese so, dass die Kosten auch sicher erstattet werden?

Pflegehilfsmittel sind Geräte und Sachmittel, die für die häusliche Pflege benötigt werden. Sie können also nur beantragt werden, wenn die Pflege zuhause erfolgt und nicht in einem Pflegeheim. Sehen Sie hierzu bitte auch unseren Artikel Allgemeine Informationen zu (Pflege-)Hilfsmitteln.
Pflegehilfsmittel werden in Gebrauchsgegenstände und Verbrauchsgegenstände unterschieden.

Gebrauchsgegenstände werden längerfristig bis dauerhaft eingesetzt. Zum Beispiel ein Pflegebett, ein Patienten-/Badewannenlifter und ähnliche Geräte, die den Pflegealltag erleichtern oder die Möglichkeiten zum selbstbestimmten Leben erhöhen. Manche sehr teuren Geräte werden nicht für jeden Pflegebedürftigen individuell angeschafft, sondern von der Krankenkasse erworben oder gemietet und dann für die Nutzungsdauer an einen Pflegebedürftigen verliehen. Bei Bewilligung solcher kostspieligen Geräte übernimmt die Pflegekasse auch Wartungs- und Reparaturkosten sowie die Stromkosten und eine Ausbildung/Einweisung zur korrekten Nutzung des Geräts (z.B. E-Rollstuhl, Pflegebett).

Verbrauchsgegenstände sind dagegen Pflegehilfsmittel, die zur einmaligen Anwendung gedacht sind. Hierzu zählen vor allem Schutzmasken, Einmalhandschule und Inkontinenzmatten für das Bett.

Während das Pflegebett als Gebrauchsgegenstand und eine benötigte Inkontinenzmatte als Verbrauchsgegenstand gelten, sind Bettdecke und Bettbezüge „Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs“ und  nicht erstattungsfähig. Hilfsmittel nach SGB V wären in diesem Zusammenhang z.B. alle Utensilien, die zur Versorgung eines Stomas dienen. Eine Gravity-Decke (besonders schwere Decke), die manchen Angstpatienten verschrieben wird, wäre ebenfalls ein Hilfsmittel.

Es ist wichtig, dass die Pflegehilfsmittel bei der Installation/Inbetriebnahme nicht fest mit dem Gebäude verbunden werden. Ein an der Badewanne montierter Lifter ist ein Pflegehilfsmittel, erfolgt die Montage jedoch fest an der Wand, gilt derselbe Lifter als Maßnahme zur Wohnraumanpassung. Was hierbei zu beachten ist, haben wir in unseren Booklet „Erste Hilfe im Pflegefall“ beschrieben, das im Shop auf www.mi-care.de erhältlich ist.

Pflegehilfsmittel sind zuzahlungspflichtig. 10 % der Kosten sind vom Empfänger selbst zu bezahlen, wobei ein Höchstbetrag von 25,00 €/Pflegehilfsmittel gilt. Wie auch in der Krankenversicherung kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung von der Zuzahlung beantragt werden. Auskunft erteilt die Pflegekasse.

Ob und falls ja, welche Pflegehilfsmittel benötigt werden, wird gewöhnlich in der Pflegeberatung dokumentiert. Sollte dies nicht der Fall sein, können benötigte Pflegehilfsmittel bei der Pflegekasse beantragt werden. Der im Beitrag Hilfsmittel beschriebene Hilfsmittelkatalog kann auch bei der Beantragung von Pflegehilfsmitteln gute Dienste leisten. Ob die Beantragung formlos schriftlich oder über ein Antragsformular erfolgen muss, teilt Ihnen Ihre Pflegekasse auf Nachfrage mit.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Beiträgen:

Allgemeine Informationen zu (Pflege-)Hilfsmitteln
Hilfsmittel

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