Die Familienpflegezeit nach dem Familienpflegezeitgesetz (FPfZG) ist eine weitere Möglichkeit, Arbeit in Teilzeit und die Pflege naher Angehöriger miteinander zu kombinieren. Die Mehrzahl der zuhause Pflegenden (2019 rund 65 %) ist berufstätig und bekommt mit der Familienpflegezeit die Möglichkeit, bis zu 24 Monate in Teilzeit zu arbeiten und einen nahen Angehörigen pflegerisch zu umsorgen.

„zur Erinnerung“
Angehörige investieren durchschnittlich 13,4 Stunden/Woche in die Pflege eines Angehörigen.

Familienpflegezeit

Reichen die sechs Monate Pflegezeit nach Pflegezeitgesetz nicht aus, haben Beschäftigte Anspruch auf Familienpflegezeit. Diese kann bis zu 24 Monate in Anspruch genommen werden, sofern der Arbeitgeber mindestens 26 Mitarbeiter beschäftigt. Ferner muss (im Jahresdurchschnitt) mindestens 15 Stunden/Woche weiter gearbeitet werden. Die Familienpflegezeit ist mindestens acht Wochen vor dem geplanten Beginn anzukündigen.

Da das Arbeitsverhältnis (höchstens reduziert auf 15 Stunden Wochenarbeitszeit) in der Familienpflegezeit bestehen bleibt, bleiben auch Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bestehen.

Auch in der Familienpflegezeit besteht ab Ankündigung, frühestens ab 12 Wochen vor Beginn, ein besonderer Kündigungsschutz für den pflegenden Angehörigen.
Hinsichtlich Ankündigungsschreiben, Regelung der Arbeitszeiten und Kündigungsschutz sowie gesetzlicher Unfallversicherung bestehen die gleichen Regelungen wie bei der Pflegezeit. Neben der längeren Dauer der Familienpflegezeit gibt es jedoch eine weitere Besonderheit:

Der Arbeitgeber zahlt während der Familienpflegezeit die Sozialabgaben bezogen auf den verminderten Teilzeit-Lohn. Die Pflegekasse stockt die Beitragszahlungen an die Rentenkasse jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auf, wenn die Pflegeperson:

  • eine oder mehrere pflegebedürftige Personen,
  • mit mindestens Pflegegrad 2 mindestens 10 Stunden wöchentlich,
  • verteilt auf mindestens 2 Tage/Woche,
  • betreut und nicht mehr als 30 Wochenstunden weiter arbeitet.

Werden diese Voraussetzungen alle erfüllt, zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss zur Rentenversicherung. Je höher der Pflegegrad, umso höher fällt die Zuzahlung der Krankenkasse aus. Bei Pflegegrad 5 erfolgt die Zuzahlung in Höhe der Differenz zwischen den Beiträgen vor der Familienpflegezeit und den – reduzierten –  Beiträgen während der Familienpflegezeit.

Auf einen Blick

Familienpflegezeit nach Familienpflegezeitgesetz FPfZG:

  • Anspruch auf bis zu 24 Monate, wenn der Arbeitgeber mehr als 25 Mitarbeiter hat
  • für nahe Angehörige,
  • frühzeitige Ankündigung erforderlich, ab 12 Wochen vor Beginn besteht Kündigungsschutz
  • wird mindestens 10 Stunden und höchstens 30 Stunden wöchentlich weiter gearbeitet, stockt die Pflegekasse die Beitragszahlungen an die Rentenkasse auf
  • es ist ein ärztlicher Nachweis erforderlich.

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