miCARE:
Wie funktioniert eine Pflege-Rentenversicherung und welche Vorteile bietet diese?

Michael Küsters:
Eine Pflege-Rentenversicherung funktioniert wie eine private Rentenversicherung. Der Versicherungsnehmer zahlt eine von ihm festgelegte monatliche Prämie für eine angestrebte Pflegerente. Die Prämien für die Pflege-Rentenversicherung werden angelegt und verzinst. Der aktuelle Mindestzinssatz beträgt 0,9 %, höhere Erträge können sich durch Überschussbeteiligungen ergeben, wenn die Versicherung gut gewirtschaftet hat.

miCare:
Und mit welchen monatlichen Prämien und welchen Ablaufleistungen ist zu rechnen?

Michael Küsters:
Die monatliche Versicherungsprämie für eine Pflege-Rentenversicherung mit einer angestrebten Pflegerente von 800 €/Monat beträgt je nach Tarif und ohne Risikozuschlag je nach Eintrittsalter z.B.:

25-jährige 40-jährige 50-jährige
34,35 € 47,94 € 63,74 €

Wie auch die Pflege-Tagegeldversicherung kann auch für die Pflege-Rentenversicherung eine Dynamisierung vereinbart werden. Dann steigen die Beiträge jährlich, um Wertverluste aus der Inflation auszugleichen. Auch für die Leistungsphase kann eine sogenannte passive Dynamik vereinbart werden. Damit werden dann zu erwartende Kostensteigerungen in der Pflege berücksichtigt. Ferner erlauben manche Versicherungen auch Einmalzahlungen.

miCare:
Und wie sehen die Leistungen für einen angenommen Leistungsfall aus?

Michael Küsters:
Die Auszahlung erfolgt auch hier in Abhängigkeit vom Pflegegrad und den Regelungen des gewählten Tarifs. Bezogen auf den Tarif mit den oben genannten Prämien betragen die garantierten Pflegerenten:

Pflegegrad 1 2 3 4 5
Garantierente 117,00 € 160,00 € 267,00 € 427,00 € 533,00 €
prognostizierte Überschussbeteiligung 53,00 € 80,00 € 133,00 € 213,00 € 267,00 €
Gesamtzahlung 160,00 € 240,00 € 400,00 € 640,00 € 800,00 €

(Anm. der Redaktion: Tabellarische Wiedergabe durch miCARE in Abstimmung mit Michael Küsters)

miCare:
Gibt es sonst noch etwas, das bei Abschluss einer Pflege-Rentenversicherung wissenswert oder  zu beachten wäre?

Michael Küsters:
Bei Abschluss der Versicherung erfolgt üblicherweise eine Gesundheitsprüfung. Bestimmte Risiken können, wie bei der privaten Krankenversicherung, zu einem Risiko-Zuschlag führen oder gar einen Risikoausschluss zur Folge haben. In dem Fall wird entweder ein bestimmtes Risiko ausgeschlossen, oder der Abschluss eines Versicherungsvertrags abgelehnt.
Der wesentlichste Vorteil gegenüber den anderen beiden Zusatzversicherungen ist der, dass die Prämienzahlungen nicht der Risikodeckung dienen, sondern angesammelt und verzinst werden.
Tritt bis zum Ende der Versicherungszeit keine Pflegebedürftigkeit ein, dann wird in manchen Versicherungstarifen entweder das angesparte Guthaben wie bei einer Kapitallebensversicherung ausgezahlt oder eine lebenslange monatliche Rentenzahlung geleistet. Anders als bei der Pflege-Tagegeldversicherung und der Pflegekostenzusatz-Versicherung sind die Beiträge also nicht verloren, sondern sammeln sich an.
Ferner gibt es einige Tarife, die auch dann leisten, wenn noch kein Pflegegrad erteilt wurde, aber eine Demenzerkrankung oder eine andere Erkrankung mit einer erheblichen Einschränkung der Alltagsfähigkeiten auftritt.

Weitere Artikel zu diesem Interview:

Allgemeines
Pflege-Tagegeldversicherung
Pflegekosten(zusatz)-Versicherung

 

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