Frankreich

Seit 1945 gibt es in Frankreich eine einheitliche Sozialversicherung, die „Sécurité Sociale“. Zu dieser gehören vor allem:

  • Die Primäre Krankenversicherung (für Arbeiter und Angestellte),

  • die Agrarkasse für landwirtschaftliche Arbeitskräfte,

  • die Künstlerversicherung, in der inzwischen alle Selbständigen versichert werden.

Es gibt noch einige kleine Spezialversicherungen und natürlich private Zusatzversicherungen.

Patienten bezahlen die ärztlichen Leistungen, Heil- und Hilfsmittel direkt beim Leistungserbringer (Krankenhaus, Arzt, Apotheke) und erhalten dann eine Kostenerstattung durch ihre Krankenversicherung. Die privaten Zusatzversicherungen erstatten dann, je nach Tarif, einen Teil des Selbstbehalts, der von der Sozialversicherung einbehalten wird.

Abgesehen von einigen regionalen Sonderfällen, werden die Krankenversicherungsbeiträge (13 % des Bruttolohns) von den Arbeitgebern entrichtet und nicht von den Arbeitnehmern.

Bei Arbeitsunfähigkeit werden ab dem dritten Tag 60% des Gehalts an Krankentagegeld gezahlt, um den Ausfall der Lohnzahlungen auszugleichen.

In Frankreich gibt es keine gesetzliche Verpflichtung, das Pflegerisiko abzudecken. Bürger können aber eine private Pflegeversicherung abschließen.

Ab dem 60. Lebensjahr können Pflegebedürftige ein Pflegegeld beantragen, egal ob sie in einem Pflegeheim oder daheim gepflegt werden. Die Höhe des Betrages ist abhängig von der ärztlich festgestellten Pflegestufe und dem Einkommen. Beantragung und Auszahlung erfolgen durch die Regionalregierungen (Departments).

 

Dänemark

Wie auch in den anderen skandinavischen Ländern finanziert sich das dänische Gesundheitssystem aus Steuergeldern, es gibt keine separate Abgabe für eine Sozialversicherung. Gleichzeitig liegt das gesamte System in staatlicher Hand und wird nicht von einer Vielzahl an Versicherungsgesellschaften geregelt. Jeder Einwohner Dänemarks ist automatisch in der nationalen Krankenversicherung versichert. Die Versorgung der Bevölkerung erfolgt über 18 Klinikzentren, in denen die Kompetenzen und Fachkenntnisse der Mitarbeiter aus früher landesweit 100 Krankenhäusern gebündelt wurde. Ergänzt wird das Angebot durch Ambulanzen, in denen weniger intensive Behandlungen durchgeführt werden. Ferner werden Mutterschaftsvorsorge oder Kinderarztbesuche für Kinder im Vorschulalter von den jeweiligen Gemeinden organisiert.

Dänemark ist Vorreiter im Bereich ‚E-Health‘. So haben Apotheken, Patienten und Ärzte beispielsweise einen zentralen Zugriff auf Patientendaten, was die Behandlung erleichtert.

Die umfangreichen Reformen der 1980 Jahre führten dazu, dass die stationäre und ambulante Pflege nicht mehr zentral, sondern kommunal geregelt wird. Darüber hinaus wurde zunächst ein Baustopp für weitere Altenheime verhängt, sodass seit 1987 kein Altenheim mehr gebaut wurde. Die für die Versorgung der Senioren zuständigen Gemeinden setzen seitdem auf alternative Wohn- und Versorgungsformen, wie zum Beispiel Senioren- und Pflege-WGs. Ziel ist es, den älteren Mitbürgern so lange wie möglich eine eigenständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Darüber hinaus verpflichtet das Gesetz dänische Kommunen in bestimmtem Umfang zum Bau altersgerechter Wohnungen, die mit Barrierefreiheit und Notrufsystemen den Bedürfnissen betagter Bürger gerecht werden. Haushaltsnahe Dienste und Sozialdienstleister unterstützen leisten dabei einen weiteren wichtigen Beitrag.

Ferner erhalten Senioren ab 75 Jahren kostenfreie Hausbesuche, die den Gemeinden bei der Einschätzung des zukünftigen Versorgungsbedarfs helfen.

Erst, wenn laut medizinischen Gutachten fortgeschrittener Pflegebedarf besteht, ziehen die Betroffenen in Pflegewohnungen oder Pflegeheime. Denn in der dänischen Pflegereform von 1996 wurden für unterschiedliche Pflegebedürfnisse verschiedene Betreuungskonzepte vorgesehen, beispielsweise Seniorenwohngemeinschaften. Seit den 1970er-Jahren sind so viele Senioren-WGs im Land entstanden und werden durch staatliche Wohnbaumittel gefördert.

 

Polen

In Polen existiert keine eigenständige Pflegeversicherung. Für die Pflege von Behinderten, deren Behinderung bis spätestens zum 25. Lebensjahr entstanden ist, werden 430 €/Monat an die Pflegeperson gezahlt, wenn diese zur Ausübung der Pflege auf ihren Beruf verzichten muss. Alle nicht oder später behinderten Pflegebedürftigen sowie Personen mit Anspruch auf eine Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenrente, die vollständig erwerbsunfähig und auf fremde Hilfe angewiesen sind oder die das 75. Lebensjahr vollendet haben, erhalten eine Pflegezulage zur Rente in Höhe von 52 €/Monat. Personen, die unfähig sind selbstständig zu leben, erhalten einen Zuschlag von 51 €/Monat.

Für die Pflege eines Erwachsenen werden 14 Tage Pflegegeld gezahlt, bei Kindern unter 14 Jahren erhöht sich der Betrag auf maximal 60 Tagessätze.

 

Lesen Sie hier die Eckdaten zur Pflege in der Schweiz, Niederlanden und in Österreich.

 

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