Viele Heimbewohner und deren Angehörige stehen fassungslos vor den Folgen der massiven Erhöhung der Energiepreise, die für viele nicht finanzierbar sein werden. Denn die Pflegeheime dürfen die gestiegenen Energiekosten im Rahmen der sogenannten „Hotelkosten“, also den Kosten, die für Unterbringung und Verpflegung anfallen, an die Bewohner weiter berechnen.

Das evangelische Sonntagsblatt sieht hier eine enorme Mehrbelastung auf die Pflegebedürftigen zukommen: www.sonntagsblatt.de/artikel/menschen/steigende-preise-pflegeheimen-das-kommt-auf-senioren-zu

Dagegen sieht der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), der mehr als 12.000 private Pflegeheime in Deutschland vertritt, dass die Pflegeheime von einer Pleitewelle bedroht sind, da diese mangels klarer Regelungen befürchten, auf den Kosten sitzen zu bleiben, wie der WDR berichtet: www1.wdr.de/nachrichten/pflegeheime-energiekosten-100.html

Da gerät das zweite Problem, die Steigerung des Mindestlohns, leicht in Vergessenheit. Denn während sich die Pflegekräfte über, teils spürbare, Lohnerhöhungen freuen können und die Politik die Beseitigung einer lange bestehenden Ungerechtigkeit feiert, ist in Vergessenheit geraten, dass die Bundesregierung bereits Milliardenhilfen an die Pflegekassen überweisen musste, um das in der ersten Jahreshälfte aufgetretene Defizit abzumildern. Und zwar VOR Mindestlohnerhöhung und Energiepreissteigerung.

Ab dem 1. September müssen Pflegeheime ihre Pflegekräfte bundesweit nach Tarif oder nach Mindestlohn bezahlen. Die Löhne stiegen zum 1. September zunächst auf 13,70 Euro pro Stunde, im zweiten Schritt steigen sie zum 1. Mai 2023 auf 13,90 Euro und zum 1. Dezember 2023 weiter auf 14,25 Euro. Für qualifizierte Pflegehilfskräfte gibt es ab September 14,60 Euro, zum 1. Dezember 2023 dann 15,25 Euro. Pflegefachkräfte erhalten danach ab September 17,10 Euro und im Dezember des kommenden Jahres 18,25 Euro pro Stunde.

Dies führt zu teils enormen Kostensprüngen für die Pflegebedürftigen, da die Mehrkosten durch die Lohnerhöhungen an diese weitergegeben werden. Diese werden bislang jedoch nicht durch eine entsprechende Erhöhung bei Pflegegeld oder Pflegesachleistung aufgefangen. Welche Folgen das für die Betroffenen hat, hat der RBB für das Land Berlin ausgerechnet: www.rbb24.de/studiofrankfurt/panorama/2022/08/pflegeheime-kosten-steigen-pfegekraefte-tarif-frankfurt-oder.html

 

No comments

The author does not allow comments to this entry