Die Pflegeversicherung übernimmt die nachgewiesenen Kosten einer notwendigen Ersatzpflege, wenn die private Pflegeperson Urlaub macht, durch Krankheit oder aus anderen Gründen vorübergehend an der Pflege gehindert ist. So beantragen Pflegende die so genannte Verhinderungspflege zu ihrer vorübergehenden Entlastung.

Mit der Verhinderungspflege wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Betreuung und Versorgung Pflegebedürftiger sicherzustellen, wenn die Pflegeperson verhindert ist. Insbesondere wenn Angehörige die Pflege übernehmen, wird allzu leicht vergessen, dass auch diese kurzzeitige Auszeiten benötigen, damit sie ihre fordernde Aufgabe langfristig durchführen können.

Die Verhinderungspflege soll sicherstellen, dass sich die Pflegeperson ab und an eine kleine Auszeit für eine Freizeitaktivität oder sogar einen Urlaub erlauben kann. Auch um die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen zu ermöglichen, kann sie beantragt werden.

Durchgeführt werden kann die Verhinderungspflege von einem professionellen ambulanten Pflegedienst oder einer anderen ehrenamtlichen Pflegeperson. Der Vorteil für die gepflegte Person besteht also darin, in der gewohnten Umgebung bleiben zu können.

Die Verhinderungspflege ist vorab bei der Pflegekasse zu beantragen, die unter bestimmten Umständen jährlich bis zu 1.612 € je Kalenderjahr (Stand Mai 2021) übernimmt. Um Verhinderungspflege zu beantragen, ist Folgendes zu beachten:

  • Die Verhinderungspflege wird bei der Pflegekasse beantragt. Mit einem formlosen Schreiben oder einem Anruf kann ein Antragsformular angefordert werden.
  • Die pflegebedürftige Person hat mindestens Pflegegrad 2,
  • die gepflegte Person wird seit mindestens 6 Monaten überwiegend zu Hause von einer ehrenamtlichen Pflegeperson (und nicht von einem Pflegedienst) gepflegt,
  • die Pflegeversicherung übernimmt bis zu 1.612 € pro Jahr für maximal 6 Wochen Verhinderungspflege,
  • das Pflegegeld wird während der Verhinderungszeit zu 50 % weitergezahlt, wenn die Verhinderungspflege durch einen professionellen ambulanten Pflegedienst geleistet wird oder von einer Person übernommen wird, die nicht mit der gepflegten Person verwandt ist oder zusammenwohnt.

 

Die Pflegekasse erstattet also jährlich maximal:

bei Pflegegrad

2

3

4

5

Verhinderungs-pflege *

1.612,00 €

1.612,00 €

1.612,00 €

1.612,00 €

50% Pflegegeld für 6 Wochen*

237,00 €

 

408,75 €

546,00 €

675,75 €

 

Gesamt:*

1.840,00 €

2.020,75 €

2.158,00 €

2.287,75 €

 

Die Pflegesachleistung wird zu 100 % weiter gezahlt, so dass sich das Budget, z.B. zur Beauftragung eines Pflegedienstes, noch um folgende Beträge erhöht:

Pflegesach-

leistung*

1.033,50 €

 

1.947,00 €

2.418,00 €

2.992,50 €

 

Gesamt:*

2.873,50 €

3.967,75 €

4.576,00 €

5.280,25 €

* es handelt sich um Höchstwerte, es erfolgt eine taggenaue Abrechnung

 

Die Beantragung der Verhinderungspflege kann auch nachträglich erfolgen. Die Abrechnung der Kosten kann jedoch erst erfolgen, nachdem die Pflegekasse die Verhinderungspflege bewilligt hat. Der Abrechnung sind Nachweise beizufügen, z.B. die Rechnung eines ambulanten Pflegedienstes bzw. die persönlichen Daten sowie die genauen Betreuungszeiten der Person, von der die Pflege während der Abwesenheit übernommen wird.

Hinweis: miCare vertieft das Thema Urlaub im Detail in den folgenden Blog-Artikeln:

Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 1: Gemeinsamer Urlaub
Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 3: Tages- und Nachtpflege
Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 4: Kurzzeitpflege
Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 5: Entlastungsleistungen

 

 

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