Die versammelte Presse kritisiert den deutschen Gesundheitsminister Karl Lauterbach dafür, dass er bei ‚Pflegekräften‘ immer nur an Krankenhauspersonal denkt und die Kräfte in Alten- und Pflegeheimen vergisst. Ja, dass er die Pflege selbst als dringendes Handlungsfeld gewohnheitsmäßig ignoriert und sich stattdessen lieber öffentlichkeitswirksam zu den nächsten Corona-Schutzmaßnahmen auslässt. Während sich der politische Gegner vor Lachen auf die Schenkel klopft und der inzwischen zu Recht erzürnte Bürger den Kopf schüttelt, vergessen wir allzu leicht, den Irrsinn zu betrachten, der vor unserer eigenen Haustüre passiert. 

Da werden zum Beispiel, mangels Alternativen, vom Personal des Virchower Bezirkskrankenhauses dringend benötigte Parkplätze „ab sofort bewirtschaftet“, das heißt, das Pflegepersonal muss künftig bezahlen, wenn es vor dem Krankenhaus parken will. An die Zusage des Senats, das medizinische Personal des Krankenhauses von den Parkgebühren zu befreien, kann sich keiner mehr erinnern. Gedächtnislücken scheinen also doch ansteckend und aus Hamburg nach Berlin eingeschleppt worden zu sein. Denn wie die Krankenschwestern, die bislang wenig mehr als Applaus für ihren unermüdlichen Einsatz bekommen haben, die monatlichen 240 € Parkgebühren aufbringen sollen, ist nicht nur diesen schleierhaft. 

Während anderenorts händeringend neue Wege gesucht und gefunden werden, dringend benötigtes Personal für die Pflege zu beschaffen, treiben die Berliner ihre Angestellten zuerst ins Personalbüro, wo derzeit fleißig Zwischenzeugnisse geschrieben werden, und anschließend in die Arme eines anderen Arbeitgebers. Und, wie könnte es anders sein: Die Verkehrssenatsverwaltung schweigt dazu. 
Mehr dazu finden Sie hier:  https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/charite-pflegerinnen-wollen-wegen-parkgebuehren-kuendigen

Welche anderen Wege in Europa gegangen werden, erfahren Sie am Donnerstag in unserem Blog. Bis dahin eine angenehme Woche!

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