Die Pflegeversicherung übernimmt unter gewissen Voraussetzungen die Kosten für einen gemeinsamen Urlaub der pflegebedürftigen Person mit den Angehörigen, die sie pflegen. Denn auch zur Finanzierung eines gemeinsamen Urlaubs können die Mittel von Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege sowie Tages- und Nachtpflege genutzt werden. Mit ein wenig Planung und der richtigen Vorgehensweise ist somit auch eine gemeinsame Auszeit für Pflegebedürftige und ihre Pflegeperson(en) möglich.

Die Leistungen von Kurzzeit-, Verhinderungs- sowie Tages- und Nachtpflege können auch zur Finanzierung eines gemeinsamen Urlaubs genutzt werden

Für Pflegebedürftige, die mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft wurden, besteht die Möglichkeit, die jährlich zustehenden 1.612 € für Kurzzeitpflege, bis zu 1.612 € pro Jahr für Verhinderungspflege oder (je nach Pflegegrad) 689 bis zu 1.995 € für Tages- und Nachtpflege auch im Rahmen eines Urlaubs mit der Pflegeperson zu verwenden. Folgende Voraussetzungen sind hierbei zu erfüllen:

a) Die Kriterien für die Beantragung von Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege bzw. Tages- oder Nachtpflege müssen erfüllt sein (z.B.: mindestens Pflegegrad 2, Pflegeperson versorgt die zu pflegende Person seit mindestens 6 Monaten) *
b) das spezielle Pflegehotel oder -einrichtung muss von der Pflegekasse für die Kurzzeit-, Verhinderungs- bzw. Tages- oder Nachtpflege zugelassen sein.

* die genauen Kriterien finden Sie in den gleichnamigen Artikeln hier im miCare-Blog, Die Links zu den Artikeln finden Sie am Ende dieses Artikels.

Ob das gewünschte Pflegehotel/-einrichtung von der Pflegekasse akzeptiert wird, kann man bei der Reservierungsstelle des Pflegehotels erfragen. Alternativ dazu kann auch bei der Pflegekasse, zum Beispiel im Rah-men einer jährlichen Pflegeberatung, nachgefragt werden, mit welchen Pflegehotels die Pflegekasse koope-riert.

So wird der monatliche Entlastungsbetrag der Pflegekasse zum „Urlaubsgeld“

Bereits ab Pflegegrad 1 haben Pflegebedürftige Anspruch auf einen monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125,00 € je Monat, wenn sie zu Hause gepflegt werden. Und so können Sie den Entlastungsbetrag für den Urlaub im Pflegehotel nutzen:

1. Wenn die 125 € pro Monat nicht für andere Entlastungs- oder Betreuungsangebote verwendet werden, verfallen die unverbrauchten Beträge nicht.

2. Wenn das von Ihnen gewählte Pflegehotel oder eine Kurzzeit-Pflegeeinrichtung am Urlaubsort von der Pflegekasse zugelassen ist und die gepflegte Person in Pflegegrad 1 eingestuft wurde, können die 1.500 € (12 x 125 €) auch zur teilweisen Finanzierung des Aufenthalts im Pflegehotel genutzt werden.

Für weitere Informationen zum Entlastungsbetrag finden Sie im miCare-Blog einen eigenen Artikel.

Genaue Auskunft erteilt die Pflegeversicherung. Üblicherweise reicht es, die Rechnung des Pflegehotels bei der Pflegekasse einzureichen und um Kostenerstattung nach den Vorgaben der Entlastungsleistungen zu bitten. Da bei der Ermittlung des Erstattungsbetrags die zum Zeitpunkt der Antragsstellung verstrichenen Monate mit maßgeblich sind, kann es sinnvoll sein, die Kostenerstattung erst im Dezember zu beantragen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Pflegehotels?

 

Hinweis: miCare vertieft das Thema Urlaub im Detail in den demnächst folgenden Blog-Artikeln:

Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 2: Verhinderungspflege  
Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 3: Tages- und Nachtpflege
Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 4: Kurzzeitpflege
Urlaub und Freizeit für Pflegende – Teil 5: Entlastungsleistungen

 

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