Nachdem die im Sommer 2021 begonnenen Pilotprojekte mit einigen beteiligten Arztpraxen und Apotheken erfolgversprechend verlaufen sind, startet am 1.9.22 die nächste Stufe des Prozesses zur Einführung des e-Rezepts. 

Ab dem 1. September 2022 wird das e-Rezept in Schleswig-Holstein und dem Kammerbezirk Westfalen-Lippe (NRW) für alle Ärzte und Zahnärzte eingeführt. 

Am 1. Dezember 2022 wird, zumindest wenn auch diese Einführungsphase erfolgreich verläuft, die Verwendung von e-Rezepten verpflichtend. Auch folgt dann die schrittweise Einführung in sechs weiteren Bundesländern. 2023 soll die bundesweite Einführung dann abgeschlossen werden.

Vorteile des e-Rezepts
Ein Vorteil ergibt sich daraus, dass nun der Postversand von Rezepten bei Medikamentenbestellung in einer Online-Apotheke entfällt und die Medikamente schneller geliefert werden können. Ein anderer liegt darin, dass das e-Rezept einfach an die bevorzugte Apotheke übermittelt werden kann, die dann vorhandene Ware zurücklegen oder fehlende Bestände neu ordern kann. Ein anderer Vorteil ist der, dass weniger Papier verwendet wird. Ein kleiner Ausgleich dafür, dass Bäcker und Metzger seit geraumer Zeit unnütze Bons drucken MÜSSEN. 

Rezepte können nun auch in einer Videosprechstunde ausgestellt werden. Ferner ist es möglich, Empfangsberechtigte zu benennen. Gerade diese Option ist vorteilhaft für daheim Pflegende, weil das e-Rezept dann auf das Mobilgerät der Pflegeperson übermittelt werden kann, sodass bei der Rezepteinlösung in der Apotheke keine weiteren Prüfungen erforderlich sind. Die e-Rezept-App der Firma Gematik, ein Anbieter von e-Rezept-Apps, bietet sogar eine so genannte 'Familienfunktion', sodass Rezepte stellvertretend für mehrere Personen angenommen und eingelöst werden können.

Nachteile des e-Rezepts
Gibt es eigentlich keine, denn Patienten, die kein Smartphone besitzen und das e-Rezept daher nicht bei der Apotheke vorzeigen oder an eine Online-Apotheke senden können, können sich vom ausstellenden Arzt den QR-Code ausdrucken lassen und diesen dann in der Apotheke vorlegen, wo er dann gescannt wird. Zumindest, solange sich die Befürchtungen zur weiteren Entwicklung der europäischen Energiekrise nicht bewahrheiten, denn bei Stromausfall liegt dann ja die komplette EDV-Infrastruktur flach. Heute könnten die eingelösten Rezepte zur Not ja später EDV-technisch erfasst werden. 

Mehr zum Thema finden Sie hier: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/e-rezept.html

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